Ian Billinghurst, australischer Tierarzt und Buchautor, beschäftigte sich seit den 70er Jahren während seiner Studienzeit ausgiebig mit Fertigfutter und zusammenhängenden Zivilisationskrankheit. Selber auf dem Lande aufgewachsen, hatte er gute Vergleichsmöglichkeiten des Gesundheitszustandes von Hunden die auf dem Lande, wo er herkam, mit natürlicher Nahrung aufgezogen worden waren und Hunden, denen man über Jahre Fertigfutter angeboten hatte.
Immer wieder zeigten seine Studien; dass Gesundheitszustand und Lebensqualität der natürlich ernährten Hunde die der Fertigfutterernährten bei weitem übertraf. Sein Buch "Give a Dog a Bone" legte für uns, selber gesundheitsbewusste eingefleischte Hundebesitzer, den Grundstein für ein Umdenken.

Hatten wir vorher jahrelang der bunten Werbung geglaubt, dass nur ein ausgewogenes, industriell gefertigtes Futter unsere Hunde ausreichend ernährt, wurden uns durch Torel/Kammerers Buch "Der Jahrtausendirrtum der Veterinärmedizin" die Augen geöffnet.

 
Immer skeptischer durchsuchten wir das Internet über Informationen und Inhaltsstoffe der Fertigfutter und fanden erschreckende Berichte. Sicherlich gibt es Abstufungen im Gütegrad der Fertigfutter, einige Hersteller bemühten sich wirklich um gute Inhaltsstoffe ohne Konservierungsmittel, Zucker und vor allen Dingen pflanzlichen und tierischen Nebenprodukten, doch war für uns das Barfen die einzig mögliche Alternative!


Alles in allem simuliert der Mensch mit der Barf-Diät eine natürliche Ernährung in Richtung Beutetier - Fleisch und Knochen als Energie und Calciumlieferanten, Gemüse, Kräuter und Obst für die Vitaminzufuhr. Alle Zutaten sind roh!

Warum Öle beim Barfen verwenden?

Pflanzliche Öle enthalten Fettsäuren, die vom Organismus nicht selbst gebildet werden können, aber für ihn lebensnotwendig sind. Für Säugetiere sind dies Linolsäure (LA) und alpha-Linolensäure (ALA), die vor allem in pflanzlichen Ölen vorhanden sind. Beide Fettsäuren spielen als Bestandteil von Zellmembranen und als Vorstufe von weiteren physiologisch bedeutsamen Verbindungen eine lebensnotwendige Rolle für den Organismus. Unter anderem sind diese Fettsäuren wichtig für Nervensystem, Gehirnentwicklung, Sehvermögen, Fruchtbarkeit, Hautzustand und ein intaktes Immunsystem.

Von MUFS, PUFAs, omega-6 und omega-3

Mit MUFS (= mehrfach ungesättigte Fettsäure) werden allgemein mehrfach ungesättigten Fettsäuren abgekürzt (englisch: PUFAs = polyunsaturated fatty acids). Diese werden je nachdem an welchem Kohlenstoffatom die erste Doppelbindung liegt in zwei Reihen eingeteilt, die als omega-6- bzw. omega-3-Fettsäuren bezeichnet werden.

Linolsäure ist die Stammverbindung der omega-6-Säuren und wird vom Säugetierorganismus in gamma-Linolensäure (GLA), Dihomo-gamma-Linolensäure und Arachidonsäure (AA) umgewandelt. ALA bildet die Stammverbindungen der omega-3-Fettsäuren, von denen Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) von besonderer Bedeutung sind.

Weitere Folgeprodukte sind hormonell und immunologisch aktive Eicosanoide, wobei aus der omega-6-Reihe, mit Ausnahme der GLA, Prostaglandine und Leukotriene mit entzündungsfördender Wirkung, aus der omega-3-Reihe dagegen antientzündlich wirkende Mediatoren gebildet werden.

Warum ist ein Zusatz von MUFS empfehlenswert?

Im Idealfall, also wenn alle mehrfach ungesättigten Fettsäuren im richtigen Mengenverhältnis im Organismus vorhanden sind, halten sich entzündungsfördernde und –hemmende Einflüsse im Gleichgewicht. In unserer heutigen Welt hat sich allerdings das Verhältnis der Fettsäuren in Nahrungsmitteln aufgrund von industrieller Nahrungsmittelproduktion, Viehmast, Verwendung von Fertigprodukten usw. sehr in Richtung omega-6-Fettsäuren verschoben. Dieses Missverhältnis kann der Organismus u.U. selbst nicht mehr ausgleichen. So konkurrieren z.B. LA und ALA um die gleichen Enzymsysteme mit der Folge, dass bei einem Überangebot von LA nicht ausreichend EPA und DHA gebildet werden. Auch die Bildung des vor allem für die Haut wichtigen GLA scheint oftmals nicht ausreichend. Zudem ist der Gehalt an omega-3-Fettsäuren bei nach modernen Methoden produzierten Lebensmitteln ohnehin gering, so dass ein relativer Mangel an diesen Substanzen entsteht kann. Eine zusätzliche Zufuhr von ALA, GLA, EPA und DHA kann diese „Schieflage“ beheben.

Welche Nahrungsmittel eignen sich hierfür?

Während ALA in vielen pflanzlichen Ölen (in besonders hoher Konzentration im Leinöl) vorkommt, wird die GLA nur von wenigen Pflanzen gebildet (z.B. Nachtkerzenöl, Borretschöl), EPA und DHA in größerem Umfang nur in einigen Kaltwasserfischen, wie z.B. Lachs, Makrele oder Hering. Als günstig haben sich Ölmischungen erwiesen, wobei das Verhältnis omega-3- zu omega-6-Fettsäuren in etwa 1 zu 5 betragen sollte. Weiterhin muss auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin E geachtet werden, da sich der Bedarf bei Zufuhr von MUFS erhöht.

Wichtig: Niemals verdorbene Fette verfüttern! Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind leicht verderblich und sollten kühl und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Anbrüche innerhalb von 6 bis 8 Wochen verbrauchen! 

 

Ernährung mit oder ohne Getreide?

Getreide ist kein MUSS, jedoch gehört es heute zur modernen Fütterung dazu. Liest man die Deklarationen der einzelnen Fertigfuttermittel, so steht hier zu fast 80% Getreide, oder was davon noch übrig ist, an erster Stelle.

In der Rohernährung KANN, muss aber kein Getreide in Form von Reis, Nudeln, vorgequollenen Hirse- oder Haferflocken usw. gefüttert werden. Wenn doch, dann erste beiden auf jeden Fall immer gekocht! Gerade bei Hunden, die nur sehr schwer an Substanz gewinnen, schadet hin und wieder ein Löffel nichts. Nudeln aus Mais- oder Reismehl sind glutenfrei und somit für empfindliche Hunde besser verträglicher als herkömmliche. Die gilt im übrigen auch für Brot und Brötchen aus glutenfreiem Mehl, die ab und an als Trockenknabberei angeboten werden.

Gluten in Getreide – was heißt das?
Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen und Gerste (Ausnahmefall Hafer) enthalten Gluten. Die Bezeichnung <<Gluten>> kommt aus dem lateinischen, heißt so viel wie Leim und ist das Klebereiweiß im Getreide. Dieses Klebereiweiß besteht zu einem Teil aus dem chemischen Gliadin, ein Reserveeiweiß oder auch Prolamin genannt, welches einen geringen Gehalt an Lysin und einen sehr hohen Gehalt an Prolin und Glutaminsäure hat und aus einem Teil Glutelin/Glutenin, einer wasserunlöslichen Getreideeiweißfraktion, die vor allem Glutaminsäure, Prolin und essentielle Aminosäuren enthält.

Welche Nahrungsmittel enthalten Gluten?
Gluten sind heute in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Nudeln, Brot, Kuchen, Knabbereien bis hin zu Arzneimittel. Auch darf man nicht vergessen, dass Lebensmittel, auf deren Zutatenliste Emulgatoren, Stabilisatoren, Bindemittel, Aromastoffe, Farbstoffe oder so genannte „Zusatzstoffe“ aufgelistet sind, oftmals Gluten enthalten!

Gluten – ein Allergieauslöser?
Hier gehen die Meinungen sicherlich auseinander. Gluten können, müssen aber nicht verantwortlich hierfür sein. Natürlich gibt es Vieles, was Allergien auslösen kann und sicherlich sind Gluten in Getreide nicht Haupt-Allergieauslöser. Dennoch besteht auch hier ein kleines Risiko.
Viele Hunde reagieren auf dieses Klebereiweiß mit der Zeit mit einer Unverträglichkeit, welche sich nicht selten in schmerzhaften Koliken, Blähungen, chronischen Durchfall aber auch durch Appetitlosigkeit bemerkbar macht. Ist der Darm zusätzlich wie so oft durch chemische Mittelchen angegriffen und gereizt, reagiert Hundchen nicht selten mit einer allergischen Reaktion auf glutenhaltige Lebensmittel. Zöliaki nennt man die <<chronische Dünndarmerkrankung>> beim Menschen, die in ähnlicher Weise auch beim Hund auftreten kann. Hierbei wird der Dünndarm großflächig geschädigt und die Darmzotten zerstört. Die Folgen sind Verlust von Verdauungsenzyme! Wichtige Nährstoffe, Mineralien und Vitamine werden zerstört und das Immunsystem geschwächt. Zu Beginn dieser Krankheit wird der Organismus noch selbst fertig mit dem Problem, doch mit der Zeit bricht das Verdauungssystem nicht selten zusammen und reagiert mit Durchfall. Treten die ersten Symptome sichtbar auf, ist der Darm meist schon so weit geschädigt, dass erste Mängel erkennbar werden. Die Folgen sind u.a. Rachitis (verminderte Kalziumaufnahme), Gerinnungsstörungen (Vitamin K Mangel) und Anämie (Eisenmangel) um nur einige zu nennen.

Pascal Prélaud schreibt in seinem Buch << Allergologie beim Hund/ Parey Verlag>> über Gluten „... beim Irischen Setter ist ein Unverträglichkeit beschrieben worden, die dieser Krankheit sehr ähnelt (die histopathologischen Läsionen sind jedoch sehr unterschiedlich), und die durch eine erhebliche Malassimilation gekennzeichnet ist...“Gluten enthält viele Proteine wie Albumine, Globuline, Glutenine und Gliadine die lt. Prélaud „... alle Allergene sein können“.

Glutenfrei füttern - aber wie?
Wie schon erwähnt, Reis, Hirse und Amaranth sind von Natur aus ohne Klebereiweiß und können unserer Meinung nach bedenkenlos in „Maßen“ gefüttert werden. Glutenfreie Nudeln erkennt man an diesem Zeichen (s.u.) und sind erhältlich in Bioläden und gut sortierten Reformhäusern!

Ausnahme „Hafer“
Wie im Buch "B.A.R.F. Artgerechte Rohernährung für Hunde" geschrieben wurde, kann man außer oben genanntem Getreide auch mal Haferflocken unter die Mahlzeit zu mischen. Hafer enthält mehr leicht verdauliches Eiweiß als alle anderen Getreidearten und hat mit ca. 80% ungesättigter Fettsäure einen extrem hohen Fettanteil.

Auch er ist von Natur aus glutenfrei, wird aber in der Herstellung mit anderem Getreide vermischt, weshalb er z.b. als Haferflocken in die Rubrik „Glutenhaltige Lebensmittel“ fällt. In einer finnischen Langzeitstudie (5 Jahre) wurde an erwachsenen Zöliakie-Patienten“...bei mäßigen Verzehr von Hafer keine Schäden an der Schleimhaut des Zwölffingerdarm festgestellt. Auch die Konzentrationen bestimmter Antikörper wurden nicht beeinflusst. Allerdings befanden andere Fachleute diese Studie als nicht allzu aussagekräftig. 2004 wurden Ergebnisse einer klinischen Studie an Kindern, die an Zöliakie litten, veröffentlicht. Diese hatten über ein Jahr entweder eine glutenfreie Diät oder eine glutenfreie Diät mit täglich 25 – 50 g Hafer erhalten. Hierbei wurde festgestellt, dass kleine Mengen Hafer in der glutenfreien Diät weder die Heilung der Dünndarmschleimhaut noch die Regulation des Abwehrsystems verhindert. Doch zur genauen Bestätigung der Unschädlichkeit von Hafer sind weitere langfristige Studien notwendig…“

Weiterhin ergab eine Studie von Antonio Picarelli von der römischen Universität "La Sapienza" und Kollegen, dass Zöliakie Patienten kleine Mengen Hafer essen können „....Das Team um Picarelli entnahm 13 Patienten Darmgewebe und testete dessen Reaktion auf Weizen und Hafer. Die Forscher fanden, dass die Darmzellen der Patienten nur Antikörper gegen die Weizenkomponente Gliadin, nicht aber gegen das Avenin im Hafer herstellten. Bei der Gluten-Unverträglichkeit, die einen von 300 Menschen betrifft, ist die Funktion der Darmschleimhaut gestört. Durch eine glutenfreie Diät kann diese wieder hergestellt werden“

Fazit: Ob und was man an Getreide füttert, ist letztendlich jedem selbst überlassen. Wir sagen nicht, dass man unbedingt auf glutenfreies Getreide umsteigen muss. Wir raten nur an, bei empfindlichen Welpen, Junghunden und erwachsenen Hunden auf glutenfreie Produkte wegen der besseren Verträglichkeit umzusteigen
!
 
Welche Milchprodukte können Hunde wie verwerten und welche nicht?

Prof. Dr. Jürgen Zentek, Institut für Ernährung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, schrieb dazu folgendes:
Kuhmilch ist nahezu optimal zusammengesetzt, aber nicht generell verträglich. Zu den Vorteilen der Milch zählt der hohe Anteil an hochwertigem Protein, Mengenelementen und Vitaminen. Die Schwäche liegen in den geringen Fettsäuren bei gleichzeitig größeren Mengen an kurz- und mittelkettigen Fettsäuren, die vom Hund weniger gut vertragen werden. Eingrenzend in der Fütterung ist vor allem aber auch der hohe Gehalt an Milchzucker (Laktose; rund 5 Gramm/100 Milliliter), denn dieser Zucker kann von vielen ausgewachsenen Hunden im Dünndarm nicht vollständig zerlegt werden, so dass es nach übermäßiger Aufnahme zu Fehlgärungen im Dickdarm kommt, begleitet von Durchfall oder weichem Kot.

Trotz hoher Akzeptanz und Verdaulichkeit sollten ausgewachsene Hunde im Allgemeinen nicht mehr als 20 ml pro Kilo KM und Tag bekommen. Nur bei nachgewiesener Toleranz kann die Menge bis auf maximal das Doppelte gesteigert werden, ähnlich wie bei Welpen bis zum dritten bis vierten Lebensmonat.

Kondensmilch muss wegen des erhöhten Laktose- (10 g/100 g) und Fettgehaltes (7,5 g/100 ml) auf 10 ml pro Kilo KM und Tag beschränkt werden. Andererseits werden Dickmilch oder Quark wegen des geringeren Laktosegehalts in entsprechend höheren Mengen toleriert.

Die verschiedenen Käsearten brauchen aufgrund des niedrigen Laktosegehaltes in der Fütterung nicht limitiert zu werden. Magermilch ist ähnlich wie Vollmilch zu bewerten, allein der geringere Energiegehalt infolge des Fettentzuges und der Verlust an fettlöslichen Vitaminen sind zu berücksichtigen.

Milch und Milchprodukte lassen sich - unter Berücksichtigung der genannten Grenzen - vorteilhaft zur Verbesserung der Versorgung mit essentiellen Aminosäuren besonders bei wachsenden und trächtigen Hunden verwenden. Darüber hinaus können sie die Akzeptanz weniger schmackhafter Rationen oder des Trinkwassers nachhaltig verbessern.
Voll- oder Magermilchpulver können insbesondere in Milchaustauschern eingesetzt werden. Durch den Trocknungsprozess kann die Verdaulichkeit des Eiweißes beeinträchtigt sein, so dass - wenn möglich - frische Produkte vorzuziehen sind. Auch die Akzeptanz wird im Allgemeinen durch den Trocknungsvorgang nicht verbessert. Molkenpulver ist, da es 50 bis 70 Prozent Milchzucker enthält, allenfalls bei Welpen mit hoher Laktaseaktivität verwendbar.
 
Rohes Fleisch

Proteine, Fette, Mineralien, Vitamine und Wasser werden durch das rohe Fleisch angeboten. Grundsätzlich können Rind/Kalbfleisch, Geflügel (keine Angst vor Salmonellen), Fisch, Wildfleisch, Ziege oder Schaf gefüttert werden. Fische enthalten zum Beispiel viele essentielle Fettsäuren (Omega 3 /6 Fettsäuren etc.). Ebenso ist Geflügelfleisch reich an essentiellen Fettsäuren.

Schweinefleisch sollte tabu sein, da es den Aujeszky-Virus enthalten kann (Wikipedia-Info zum Aujeszky-Virus).

Blut: wertvolles Schlachtprodukt, das unter anderem hochwertiges Eiweiß, Eisen, nahezu alle Vitamine und Natrium enthält, also die Abtropfflüssigkeit beim Auftauen von Fleisch immer mit füttern!

Innereien: Leber und Niere sind sehr eiweißreich und recht mager, allerdings beinhaltet besonders die Leber recht schwerverdauliche Glykogene, der Calciumgehalt ist niedrig, dafür aber der Vitamin-A-Gehalt recht hoch. Auch Kupfer, Eisen, B-Vitamine und Biotin sind reichlich enthalten - größere Lebermengen können abführend wirken, da das schwerverdauliche Glykogen mikrobiell im Dickdarm zerlegt wird. Eine wöchentlich einmalige Fütterung sollte bestens ausreichen, da eine Überfütterung gerade wegen des hohen Vitamin-A-Gehaltes nicht ungefährlich wäre, die Inhaltsstoffe aber doch so gehaltvoll sind, dass ein Verzicht auch ein Verlust wäre.

Mägen von Wiederkäuern (Kuh, Schaf): sind wegen des vorverdauten Grases (besonders Blättermagen) sehr vitaminreich, anscheinend schmackhaft, und äußerst für die Fütterung zu empfehlen. Zwar dreht sich einem anfangs der Magen um beim Gestank, der sich einem bei der Zerschneidung eines Blättermagens bietet, allerdings hat sich bisher noch jeder Barfer daran gewöhnt...

Schlachtabfälle (Ohren, Flechse, Lunge, Euter etc.): sind eher minderwertige Schlachtabfälle und sind in der Aminosäure-Zusammensetzung eher ungünstig und nicht so leicht verdaulich. Die Milz hat zwar einen erhöhten Eisengehalt und ein Euter kann sicherlich wegen Milchrückständen Calcium enthalten, doch sind weder viele Vitamine noch Mineralstoffe enthalten, so dass ich die Fütterung niemals für notwendig befunden habe - einzig getrocknete Lunge als Leckerchen, oder frische Lunge als nährstoffarmer Diätfüllstoff erscheinen uns sinnvoll, aber das kann jeder für sich entscheiden.

Fisch (wie Seelachs, Lachs, Sardinen etc.): enthalten zwar viele essentielle Fettsäuren und Jod, wertvolle Vitamine, allerdings sind die meisten Fische sehr fett. Jedoch sollte Fisch nicht zu häufig gefüttert werden, da Thiaminasen (Enzyme, die Vitamin-B1 spalten) enthalten sind und manche Fische auch Parasitenzwischenformen und Bakterien enthalten, die unseren Hunden allerdings noch nie geschadet haben! Wichtiger ist, dass Trimethylamin inaktiviert wird und dass diese Hemmung bei Dauerfütterung eine Blutarmut verursachen kann. Einmal die Woche Fisch reicht vollkommen und schadet nicht!
 
Obstliste
 
Äpfel

Inhaltsstoffe:
Etwa 300 Biosubstanzen wie organische Säuren, Gerbstoffe, Pektin, ätherische Öle, Vitamin C, B, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen, Natrium, Zucker.

Gesundheit:
Äpfel sind nicht nur gesund, sondern auch noch kalorienarme Sattmacher. So haben drei mittlere Äpfel gerade mal 250 Kalorien und stecken voller Pektin, einem Ballaststoff, der den Cholesterinspiegel senkt und den Säuregehalt im Körper neutralisiert. "An apple a day keeps the doctor away" sagt ein Sprichwort. Die Pektine aus reifen Äpfeln binden Schlacken und Gifte im Dünn- und Dickdarm und helfen bei deren Ausscheidung.

Wichtig:
Vorsicht, hier lieber Bio-Produkte einkaufen, da viele Äpfel durch lange Transportzeiten schon nur noch einen Vitaminbruchteil beinhalten, dafür aber viele Schadstoffe mit dem Wachsen und Spritzen erhalten haben.

Anwendung:
Fast das ganze Jahr über gibt es fast täglich ein Stück Apfel sowohl in die Obst, als auch in die Gemüsemahlzeiten. Immer fein püriert und so rot und süß wie möglich!

Bananen

Inhaltsstoffe:
10 verschiedene Vitamine, besonders B6, 18 Mineralstoffe und Spurenelemente, besonders Kalium, Magnesium, Zink, Kalzium. Dazu Pantothensäure, Folsäure, Frucht- und Traubenzucker. Glückshormon Serotonin, Schlafmittel Tryptophan.

Gesundheit:
Optimal wirksam, wenn Schale dunkelgelb mit braunen Flecken! Schützt bei Gastritis die Magenschleimhaut, bessert Magengeschwüre. Normalisiert zu hohes Cholesterin, beugt Adernverkalkung vor.

Wichtig:
Zu viel Banane kann stopfend wirken.

Anwendung:
Mit Quark und Apfel zusammen fein püriert und einem Schuß Honig und zusätzlich einem Löffel Hagebuttenpulver eine ideale Obstmahlzeit für morgens oder abends, der kein Hund wiederstehen kann.

Beeren - starke Früchtchen für die Gesundheit

Beeren (z.B. Heidelbeeren und Brombeeren) enthalten als sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe Anthocyane, Proanthocyanidine und weitere phenolische Verbindungen, die ausgeprägte antioxidative Eigenschaften haben und zellschädigende Radikale abbauen können. Solche Radikale sind normale Nebenprodukte des Stoffwechsels, die bei der Energiegewinnung mit Sauerstoff entstehen und auch von einigen Zellarten des Immunsystems zur Abwehr von Krankheitskeimen gebildet werden. Der Organismus besitzt ein wirksames Schutzsystem in Form von Enzymen, antioxidativ wirkenden Vitaminen (A, C, E) und Spurenelementen (Selen, Mangan, Kupfer), so dass im Idealfall ein Gleichgewicht zwischen schädigenden und schützenden Verbindungen besteht. Ist dieses Gleichgewicht durch vermehrte Radikalbildung oder unzureichende Versorgung mit Antioxidantien gestört, spricht man vom „oxidativen Stress“.


Welche Faktoren führen zu oxidativen Stress?
Ein Überschuss an Radikalen entsteht z.B. bei entzündlichen Erkrankungen, Infektionen, bei Belastung des Organismus durch Umweltgifte, Luftverschmutzung und UV-Strahlung, aber auch durch Stress, starke körperliche Beanspruchung und mit zunehmendem Alter. Die Folge sind Zellschäden, die, falls der Körper nicht über eine ausreichende Reparaturkapazität verfügt, zu verschiedene Krankheiten führen können. So werden z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, Altersdiabetes, Immunschäden, Krebs, chronische Entzündungen, Katarakt und akute Pankreatitis in Zusammenhang mit oxidativem Stress gebracht.


Welche Rolle spielt die Ernährung?
Auch die Zusammensetzung der Nahrung hat einen Einfluss auf die Entstehung von oxidativen Stress. Aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren z.B. entstehen durch Oxidation toxische Verbindungen, wenn nicht gleichzeitig die Zufuhr von Vitamin E erhöht wird. Eine ausgewogene Ernährung wird am ehesten erreicht, wenn eine natürlich sinnvolle Vielfalt an möglichst naturbelassenen Nahrungsmitteln verfüttert wird. Beeren mit ihrem hohen antioxidativen Potential gehören sicherlich dazu.

Kiwis

Inhaltsstoffe:
Hat dreimal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte, das Enzym Actinidin, das tierisches Eiweiß spaltet, dazu Gerbsäure.

Gesundheit:
Kiwis kräftigen das Immunsystem, festigen die Blutgefäße, das Bindegewebe und regen die Muskeltätigkeit an, speziell die des Herzmuskels. Der enthaltenen Proleotynsäure schreibt man zu, dass Cholesterin abgebaut und die Blutzirkulation verbessert wird. Sie sind blutreinigend, harntreibend, abwehrstärkend und unterstützen die Eiweißverdauung.

Achtung: Auch hier gilt wegen des erhöhten Vitamin-C- und Säuregehaltes Vorsicht bei Hunden mit Magenproblemen.

Anwendung:
Überreif und geschält unter den Obstbrei!
 
Eier
 
Zuerst einmal sollte klar sein, dass auch das Ei roh gefüttert wird.

Ein Ei enthält neben Protein und Fett auch viele gutverdauliche Substanzen, viele Vitamine, essentielle Fettsäuren, Spurenelemete und die Eierschale ist ein prima Calciumlieferant. Einzig das Eiklar sollte man weglassen, da erstens Avidin darin enthalten ist, eine antinutritive Substanz, die leider ein absoluter Biotinbinder ist und somit Mangelerscheinungen hervorrufen kann, und zweitens ein Trypsinhemmstoff im Eiweiß enthalten ist, der zu Verdauungsstörunen führen kann. Zwar gibt es darüber geteilte Meinungen, aber im Zweifelsfall lieber auf Nummer sicher und Eiklar trennen!

Schale und Dotter ab in den Mixer zum übrigen Gemüse, allerdings nur 2-3 mal pro Woche!
 
Gemüseliste

Fenchel

Inhaltsstoffe:
Fenchel enthält Menthol-Öl, Anathol und kampferartigen Fenchon. Das Gemüse ist reich an verschiedenen Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium, Kalium und Calcium. Darüber hinaus enthält Fenchel große Mengen an Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Folsäure.

Gesundheit:
Der Geschmack ist sicherlich Gewöhnungssache für den geliebten Wauzi, aber der hohe Vitamin-C-Gehalt sollte zumindest den Besitzer von der Notwendigkeit der abwechslungsreichen und somit auch manchmal fenchelhaltigen Ernährung überzeugen.

Anwendung:
Vorsicht bei einer homöopathischen Behandlung da stark ätherisch - ansonsten kleine Stücke pürieren und ab unters Gemüse - kleiner Tipp: nicht viel verwenden, sonst bleibt das Futter meist stehen!

Karotten/Möhren

Inhaltsstoffe:
Hohe Mengen an Alpha- und Betacarotin, ätherische Öle (also Vorsicht bei einer homöopathischen Behandlung - diese wird bei gleichzeitiger Fütterung ätherischer Lebensmitel fast unwirksam), Eisen, B-Vitamine, Folsäure, Magnesium, Kalzium, Phosphor, Pektin.

Gesundheit:
Karotten sind besonders bekömmlich in der Schonkost. Das liegt unter anderem am Pektingehalt. Pektine quellen im Verdauungstrakt schleimartig auf und schützen so die Magen- und Darmschleimhaut. Beta-Carotin sorgt für die Gesundheit von Augen, Haut und Haar. Pektine und Karotine beugen Krebs vor. In Zusammenhang mit einem Schuß Öl können Vitamine und Gesundstoffe auch richtig aufgeschlossen werden.

Anwendung:
Geben wir fast täglich fein püriert sowohl unter Gemüse- als auch Obstbrei, aber niemals das Öl vergessen für die fettlöslichen Vitamine.

Kohlrabi

Inhaltsstoffe:
Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Kohlenhydrate, Eiweiß, Calcium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen sowie die Vitamine B1, B2, B6 und ca. 63 mg Vitamin C pro 100 g.

Gesundheit:
In den Blättern stecken weitaus mehr Nährstoffe, insbesonders der Mineralstoff Phosphor und Carotinoide.

Anwendung:
Schälen und fein pürieren - leckeres Gemüse, allerdings mit Blähfähigkeit, wobei man bei etwas magenkranken Hunden aufpassen sollte.

Kartoffeln - Grenzfall

In der Rohernährung kann man hin und wieder, zum Beispiel wenn der eigene Hund nur sehr schlecht an Substanz gewinnt, Alternativ auch mal Kartoffeln unter die Gemüsemahlzeit mischen. Kartoffeln (lt. Solanum tuberosum) bestehen überwiegend aus Wasser, enthalten aber viel Eiweiß und Kohlenhydrate. Sie haben einen sehr geringen Fettanteil, sind ein guter Energielieferant, glutenfrei und liefern Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Kartoffeln gehören zu der Gruppe der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Sie traten in Europa erstmals im Jahre 1555 auf den Kanarischen Inseln und in Andalusien auf wo sie Patata – uns vielleicht heute besser bekannt unter der englischen Bezeichnung „potatoes“ genannt wurden. Mittlerweile gibt es weltweit rund 5000 verschiedene Sorten, aber nur einige wenige sind in Deutschland vom Bundessortenamt für Ernährung zugelassen!

Gehen wir mal einige Sorten durch:

Linda – Ist wohl die bekannteste Kartoffel doch weil ihr Patent ausgelaufen ist, sollte diese feine aromatische Sorte vom Markt genommen werden. Aber was sich auf Jahren bewährt hat, hat Anspruch auf eine zweite Chance und so wurde die Frist auf 2 weitere Jahre verlängert – wohl bekomm’s!
Rossela – Eine Kartoffel zwischen mehlig und festkochend, denoch zählt sie zu den vorwiegend festkochenden Sorten.
Accent – Eine Kartoffel für alles und jeden. Sie passt überall dazu, hat aber keinen richtigen Kartoffelgeschmack
Agria Bio – Empfehlenswert. Diese Sorte eignet sich hervorragend für Püree oder auch geschnittene Kartoffeln zum untermischen und hat einen guten Geschmack
Celena – Festkochende, frühe Kartoffelsorte mit einem typischen Kartoffel-Geschmack. Gut zu verarbeiten!
Leyla – Sehr frühe Kartoffel. Vorteil: sie ist besonders lagerfähig und vorwiegend festkochend!
Galatina – Unsere kleine Italienerin unter den Kartoffeln. Sie ist ein Frühchen und festkochend.
Karlena – Mehlig. Vorteil: es gibt nur wenig Abfall beim Schälen! Starlette – Eine Frühkartoffel aus der Bretagne. Ihre hauchdünne Schale lässt sich einfach abbürsten!
Timate – Ein Demeter-Erzeugnis aus Sizilien! Festkochend und gut im Geschmack, klein.
Amandine – Frühkartoffel, festkochend. Schale bleibt fest und platzt nicht auf!
Blauer - Vorwiegend festkochend. Blaue Schale und blaues Fleisch!
Cherie – Relativ neue Sorte. Britische, rotschalige Sorte, überwiegend aus Großbritanien und der Bretagne. Geschmack, cremig/ aromatisch.
Heide – Festkochend, angenehm kräftig im Geschmack – eben „kartoffelig“.
Roseval Bio – Erinnert etwas an die „Linda“ Sorte. Fest im Biss!
Selma Bio – Festkochende Sorte. Schmeckt einfach aromtisch – lecker!
Timate – Ein Demeter-Erzeugnis! Frühe Kartoffel, festkochend.
Désirée – Eine rotschalige Kartoffel. Im Geschmack gut und aromatisch.
Edzell – Sehr mehlig, aber geschmackvolle Sorte. Auffallend: blaue Schale, weißes Fleisch – ab und zu bläuliche Verfärbungen. Aromatisch im Geschmack Finka Bio – Festkochende Sorte. Kräftig im Geschmack!
Nicola Bio – Festkochende Sorte. Würzig im Geschmack!
Treff Bio – Die richtige Sorte für Püree. Mehlig!

Zubereitung:
Ob nun bio oder nicht, wichtig ist, dass Kartoffeln nicht ROH, sondern nur gekocht unter die Gemüsemahlzeit gemischt werden. Auch sollte man darauf achten, dass KEINE grünen keimenden Kartoffeln verwendet werden, da diese äußerst gesundheitsschädlich sind!

Lagerung:
Die beste Lagerung für Erdäpfel ist kühl, trocken, dunkel und luftig bei einer idealen Temperatur von mind. + 7,5 Grad C. mit ca. 99% Luftfeuchtigkeit. Kartoffeln in Papiertüten halten sich besser, als solche in Plastiktüten. Der Grund hierfür ist, dass Papier überschüssige Feuchtigkeit besser verdunsten lässt, was zur Folge hat, dass Kartoffeln weniger schnell faulen und vor Licht geschützt werden!
Sind Kartoffeln lange Zeit Licht ausgesetzt, bildet sich Solanin, ein giftiges Alkaloid (organische, stickstoffhaltige, meist basische natürlich vorkommende Verbindungen), welches äußerst gesundheitsschädlich ist. Erste Solanin-Vergiftungserscheinung - auch als Solanismus bezeichnet - können u.a. ein Brennen und Kratzen im Hals verursachen, Durchfall, Übelkeit, Atemnot, Bewusstlosigkeit und Krämpfe hervorrufen. Grüne Stellen an Kartoffeln und um die „Kartoffelaugen“ herum (diese sind keine giftige Verunreinigung, sondern das eigentliche Keimzentrum der Knollen. Keimlinge, die aus den Kartoffelaugen sprießen, kann man auch zu Hause beobachten, wenn man die Erdäpfel zu warm und zu lange lagert. Dabei beginnt sich auch ohne Erde ein weißer Keimling aus dem „Auge“ zu bilden) müssen also vor dem zubereiten sorgfältig und großflächig entfernt werden, da diese Giftstoffe durch das Kochen nicht eliminiert werden!

Wir raten davon ab, Kartoffeln mit grünen Stellen zu füttern da Solanin als krebserregend gilt, und bei ergrünter Oberfläche bereits einen Gehalt von 35mg Solanin / pro 100g Kartoffel aufweist, was für den Menschen im toxischen Bereich liegt! Aus diesem Grund lieber ab damit in den Müll! Gesunde Kartoffeln weisen durchschnittlich einen Solaningehalt von 5 – 7 mg/ pro 100g auf.

Gundsätzlich gilt:
- Immer kühl und dunkel lagern. Beste Lagertemperatur bei + 7,5 Grad
- Grüne Stelle und Kartoffelaugen immer wegschneiden. Kartoffeln, die große Grünstellen aufweisen lieber entsorgen!
- Ein großer Teil des Solanins liegt direkt unter der Schale. Lieber mehr wegschneiden
– reduziert die Solaninkonzentration!
- Solanin geht beim Kochen ins Wasser über. Aus diesem Grund das Kochwasser nicht weiter verwenden!

Es gibt noch ein weiteres Manko zu verzeichnen! Wegen der hohen Empfindlichkeit müssen Kartoffeln extrem mit Schadstoffen wie Kunstdünger und Pestizide n behandelt werden. Aus diesem Grund - wer seinem Hund Kartoffeln füttern möchte - lieber auf Bio umsteigen und immer eine ordentliche Portion natürliches Vitamin C (Acerola/Hagebuttenpulver) dazu!

Inhaltsstoffe:
Kohlenhydrate (Stärke) ca. 15 %
Eiweiß ca. 2 %
Fett ca. 0,1%
Ballaststoffe ca. 0,8 – 1,7 %
Wasser ca. 77 %
Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen ca. 1 %
Vitamin C, Vitamin A und Vitamie der B-Gruppe

Fazit:
Ob Kartoffeln tatsächlich so gesund sind, wagen wir dennoch zu bezweifeln. Für Hunde, die aber nur schlecht an Substanz gewinnen oder auch mit erhöhtem Energiebedarf durchaus möglich.